Sie überlegen, zu einer anderen Firma zu wechseln? Das Angebot scheint gut, Gehalt und Aufgabe gefallen ihnen, doch Ihnen bleiben Zweifel. Sollen Sie wirklich das Risiko des Wechsels eingehen, wenn sie eigentlich nicht wissen, wie es bei der anderen Firma genau zugeht. Sind es doch ganz andere Details, die einem das Arbeitsleben sauer machen können und die einem kein Personaler beim Vorstellungsgespräch verrät:Ein mieses Betriebsklima, untalentierte Führungskräfte, eine Kultur der Schuldzuweisungen statt einer vernünftigen Fehlerkultur oder so große Knauserigkeit, dass intelligentes Arbeiten ganz schwer wird. Und genau diese Dinge erfährt man kaum, solange man nicht an Bord ist – und dann ist es zu spät. Für Abhilfe sollen nun Internetseiten sorgen wie www.kununu.com , wo Bewerber lesen können, wie es hinter den Kulissen tatsächlich aussieht. Dumm nur, dass diese Webseiten noch so unbekannt sind und nur so wenige Bewertungen vorliegen, dass die Einschätzungen alles andere als repräsentativ sind. Ob miese Noten also Racheakte oder realistische Urteile sind, bleibt im Dunkeln. Umgekehrt natürlich auch, ob der Chef selbst seine Firma so klasse benotet. Doch interessant sind die Bewertungen allemal. Und wenn ein Unternehmen als Benefit einzig und allein Parkplätze anzubieten hat, ist das schon eine Erkenntnis.
Schaut man nun zum Beispiel mal nach, wie es die einzelnen Unternehmen mit der Frauenfreundlichkeit halten, kommt bei einer zufälligen Stichprobe bei www.kununu.com dies heraus: Frauen sollen danach die schlechtesten Aufstiegschancen und am schlechtesten angesehen sein als Arbeitskräfte bei der Top-Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller: Von fünf möglichen Punkten bekommen die Juristen nur einen einzigen. Die Personalberatung Heidrick & Struggles bringt es auch nur auf zwei von fünf Punkten. H&M macht es den Frauen offenbar leichter und wird mit drei Punkten belohnt. Dasselbe gilt für Hewlett Packard. Henkel schneidet demgegenüber ganz prima ab und braucht sich in diesem Punkt nicht sorgen und befürchten, weibliche Bewerber abzuschrecken: Die Düsseldorfer bringen es auf vier von fünf Punkten. Und Ikea kann das noch toppen und bringt es sogar auf 4,5 Punkte. Am attraktivsten für Frauen mit Karriereambitionen ist demnach eine Privatbank, die Conrad Hinrich Donner Bank in Hamburg: Sie bringt es auf das Top-Ergebnis von fünf Punkten – und nicht nur in Sachen Frauenförderung und -akzeptanz. Sie stellt anscheinend auch Mitarbeiter über 45 Jahren ein und geht mit altgedienten Mitarbeitern über 45 Jahren auch noch gut um. Nur schade, dass das Bankhaus nur 172 Mitarbeiter beschäftigt und nur zehn Neue sucht: http://www.donner.de/unternehmen/jobs.htm .
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