Jede fünfte Dienstreise per Flugzeug ist unnötig, man kann sie problemlos einsparen. So berichtet „Focus“ 12/2008 gerade in seiner Printausgabe. Warum sie dennoch unternommen werden? Weil die Mitarbeiter in Wahrheit auf der Flucht sind, vor ihrem eigenen Büro.Die Studie kommt aus Großbritannien von der Cranfield-Universität, dem Business Travel Research Center von Studienleiter Keith Mason. Dieses Institut untersuchte das Reiseverhalten in mehreren hundert Unternehmen und deren Angestellten.
Doch vermutlich gelten diese Erkenntnisse nicht nur für Großbritannien. Von Freunden habe ich längst dasselbe gehört, ihr Ausweichverhalten ist ebenso. Dass auch sie versuchen, so viele Tage wie möglich ausserhalb ihrer Büros zu planen. Um zu fliehen. Lieber abhauen als mithelfen, die Umstände zu verbessern. Lieber abhauen, als zuhause die Zähne ausbeissen an einem Klima und einer Hierarchie, die menschenfeindlich und kreativitätstötend ist. Weil sie sich so unwohl fühlen im Kreis ihrer Kollegen und mit ihren Vorgesetzten. Vielleicht auch in einem Großraumbüro ohne jede Individualität.
Wieder ein Beispiel mehr, wie sich die – sonst gern mal so verächtlich betrachteten – Soft factors very hard auswirken: Wenn ein Unternehmen jede fünfte Dienstreise im Flieger einsparen könnte – das dürfte sich zu einer ordentlichen Summe summieren. Besonders reizvoll aus Unternehmenssicht: Einsparen ohne echte Einbussen.
Das einzig mögliche Fazit ist also dies: Wer Mitarbeiter hat, die nicht abhauen brauchen, die sich wohl fühlen in ihrem Arbeitsumfeld, der kann froh sein. Er spart Kosten. Und wer sich da nicht so ganz sicher ist, ob er sich solcher Mitarbeiter erfreut, muss sich nolens volens doch mal sein Betriebsklima ansehen. Ob es eher zum Fliehen veranlasst oder zum Zupacken zum Wohle der Firma.
Annahme: Das ging vielleicht mal von der Flugindustrie aus,
nur ein Beispiel: die aus Stuttgart fliegen nach Hamburg und umgekehrt, das war bestimmt ein Deal um die Flieger zu sanieren. Mich stört das eigentlich nicht, dieses Geschäftsleben.
Das Einzige was weltweit stört, ist die Umweltbelastung durch die Fliegerei und das Kerosin. Die „Telefonkonferenz“ wurde einmal teuer entwickelt und anschließend wenig genutzt. Mittlerweile steigen immer mehr Anwender darauf um.
Ein persönlicher Kontakt ist natürlich ab und zu wichtig, und auch internationale Handelsbeziehungen müssen gepflegt werden. Aber alles um jeden Preis?
Persönlich habe ich mein letztes (altes) Auto vor 3,5 jahren verschenkt. Das geht jedoch nur, wenn die öffentlichen Verkehrsmittel ausreichend funktionieren und ab und an ein Leihwagen zur Verfügung steht (z.B. Carsharing). Umweltschonende Investitionen sind in Bus und Bahn zu investieren. Bis in die Türkei, braucht ein Reisender 2 Tage mit dem Zug, der Tourismuszweig kann da natürlich nur schwer auf die Bahn schwenken, aber innerhalb Europas ist es schon möglich. Es fährt sogar ein Bus bis nach Marokko.
Und Segelschiffe nach Amerika! Segelflugzeuge fürs Fliegen und der Strom für Frau Mayers PC inklusive der technologischen Basis kommt aus dem nahegelegenen mittelalterlichen Dorf, in dem fleissige Menschen Lauf- und Windräder drehen. Schöne Welt! Frau Mayer.
Ja, und Sie spanne ich als erstes in das Laufrad.
Das schafft Arbeitsplätze, aber sie bekommen nur einen Euro die Stunde.
Diesen Trend kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung bestätigen.
Als Verantwortlicher im Amt zur Bewilligung von Dienstreisen fällt mir immer öfter auf, dass die Dienstreisenvorschläge der Mitarbeiter von Tag zu Tag vielfältigere Blüten treiben. An einem Tag hat sich der Mitarbeiter ein exklusives Wellness-Hotel ausgesucht, an anderen Tagen ist Deutschlands größtes Shopping-Center nur ein Block weiter.
Ich genehmige diese Angebote dem Mitarbeiter selbstverständlich nicht, oft bleibt mir aber keine andere Möglichkeit mehr, die schon eingekauften Kontingente unter Einkaufspreis auf dem freien Markt anzubieten.
Hochachtungsvoll
Helmfried Hansemann
Verwaltungsobersekretät
Amt zur Bewilligung vin Dienstreisen
Jeder Fünfte ? Sicher nicht, eher jeder fünfte ist sinnvoll.
Und der Grund ist sicher, daß das Unternehmen den Flug bezahlt. Müsste der Mitarbeiter selbst in die Tasche greifen, würde er erstens besser planen um Economy zu fliegen, und zweitens lieber im Büro bleiben.