Fährt eigentlich auch jemand Ski in Davos?

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CNN-Kultmoderator Richard Quest exklusiv für handelsblatt.com über das Weltwirtschaftsforum in Davos (Serie) –>
Das Hotel für mich allein: Vor dem Weltwirtschaftsforum 2009 in Davos. Ich finde es immer ganz sinnvoll, schon ein paar Tage vor dem Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos zu sein, um die malerische Schweizer Landschaft zu genießen bevor all die tausend Delegierten ankommen.Während des Weltwirtschaftsforums ist es hier unmöglich, ein Hotelzimmer zu bekommen. Viele Leute übernachten in Wohnungen oder in den Nachbarorten.
Dieses Jahr habe ich Quest-Geschichte geschrieben: Quest Personal History (QPH)! Ich bin so früh angekommen (am Sonntag, den 25.1.!), dass ich der einzige Gast in meinem Hotel bin. Die spannendsten Gäste sind gerade abgereist, als ich ankam – eine deutsche Skigruppe. Der Manager des Hotels hat mich gefragt, ob er extra wegen mir reinkommen soll, um für mich Frühstück zu machen, da ich momentan der einzige Gast sei.
In all den Jahren, in denen ich für die CNN-Show CNN BusinessTraveller auf Reisen war, habe ich in großen Hotels übernachtet, in kleinen, in berühmten Hotels, in scheußlichen Hotels: Aber noch nie war ich der einzige Gast in einem Hotel. Heute werden die ersten Frühankömmlinge anreisen und ich bin dann wenigstens nicht mehr allein.
In den nächsten Tagen werde ich an dieser Stelle im Management-Blog bei handelsblatt.com über die Themen des Weltwirtschaftsforums schreiben. Vorher werde ich aber mir aber noch Zeit für mich selber nehmen, einen QPH-Moment genießen und Skifahren gehen!
Sicher kann ich das nicht beweisen, aber angeblich fragen die Delegierten in Davos sich immer gegenseitig: „Warst du eigentlich jemals Skifahren in Davos?“. Die Antworten sind langes Geschwafel darüber, warum die besten Vorsätze wieder über Bord geworfen werden mussten – Panels, Meetings, Geschäftsessen „kamen dazwischen“.
Dieses Jahr werde ich auf die Piste gehen und wenn die Frage wieder aufkommt, kann ich selbstgefällig antworten: „Natürlich war ich Skilaufen, oh, und ich hatte sogar das Hotel ganz für mich allein.“

Von Hybris zu Demut am Montag, den 26. Januar 2009

In früheren Jahren hatte man das Gefühl, die Davos-Delegierten trafen sich gemütlich und debattierten zwar über die Verbesserung der Welt, allerdings nicht vor dem heutigen Hintergrund von wirtschaftlichem Zusammenbruch und eindeutigen Fehlern und Zweifeln an der Gesamtlage. Dieses Jahr sind die desaströsen Fehlentscheidungen so evident wie das alpine Bergmassiv selbst. Die Delegierten müssen dieses Mal mit Gegenwind rechnen, wenn sie ihre Debatten führen, denn “Ihr habt uns schließlich in dieses Schlamassel gebracht.“
Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, konstatiert daher: “In diesem Jahr wird das Weltwirtschaftsforum bescheidener. Die Leute wissen, dass sie als Wirtschaftsführer und Staatenlenker in gewisser Weise ihre Aufgabe nicht gut gemacht haben. Selbst in Davos schien niemand genau aufgepasst zu haben.”
Warum also denselben Leuten jetzt Gehör schenken, statt auf die Piste zu gehen? Ganz einfach: Sie sind diejenigen, die uns auch aus dem Schlamassel wieder herausbringen müssen. Schwab bestätigt: “Nehmen Sie die Banker: sie sind gleichzeitig Teil des Problems und der Lösung. Deswegen müssen wir sie hier integrieren.”
Klaus Schwab meint auch, dieses Jahr müsse es mehr Demut geben unter den Davoser Delegierten. Und das kann bedeuten, dass man einige Banker und Wirtschaftsbosse “Sorry” sagen hört.

CNN International zeigt täglich um 20:00 Uhr Richard Quests neue Show “Quest Means Business”. Weitere Informationen finden Sie unter www.cnn.com/davos

Ein Kommentar zu „Fährt eigentlich auch jemand Ski in Davos?“

  1. Die Vorstellung, dass dieselben Menschen, die diese Krise durch unverantwortliches Handeln herbeigeführt haben, uns auch wieder herausführen sollen (müssen), macht mir Angst!
    Ich glaube, so richtig hat noch niemand begriffen, dass sich wirklich etwas substantielles ändern muss, damit solch eine Krise möglichst ausgeschlossen werden kann. Globalisierung o.k., aber auf die anglo-amerikanische Art und Weise: Bloß nicht!
    Und nun überholen andere Staaten wie China diese Länder auch noch an Skrupellosigkeit. Sie haben eben viel gelernt, diese Chinesen!
    Vielleicht sollten die Oldschool-Banker tatsächlich eher Skilaufen gehen!
    Obwohl: Lawinengefahr!

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