…unterhält das auch seine Geschäftspartner ganz prima. Per SMS einem anderen eine unangenehme Nachricht schicken, das hat was – jedenfalls für den Absender: Es ist bequem, geht schnell und man setzt sich auch keinen unangenehmen Reaktionen aus. Zumindest nicht gleich.Schließlich möchte man weder beschimpft werden noch den anderen im Tränenmeer versinken sehen, alles unangenehm. Schlechte Nachrichten eröffnen müssen oder wollen, das liegt täglich an. Auch im Job. Hier eine Absage, da eine Kündigung, dort ein Angebot für eine Abfindung – alles schwierig und Manageralltag. Viel lieber würden die meisten einfach ihre Mitarbeiter wie ihren PC abschalten, geht aber nicht. Sind ja Menschen – zum Glück. Doch zum Entscheider-Dasein gehört auch unangenehme Entscheidungen fällen und die auch würdevoll rüberbringen müssen.
Muss aber sein. Nur wie? Boris Becker hat die Frage justament für sich gelöst, als er seiner Freundin Sharley Kerssenberg eine hammerharte Absage mitteilte: Die Trennung von ihr per SMS. Und dass er sie explizit auslade von seiner Geburtstagsparty am nächsten Tag. Tut man das? Tut man nicht, sagt Benimm-Trainerin und Expertin für Business Behaviour Gabriele Schlegel. Es gibt zwar inzwischen viele unrühmliche Vorbilder von englischen Prinzen bis hin zu Unternehmen, die ihren Mitarbeiter derart mit seiner Kündigung überraschen, aber es hat dennoch etwas Unfaires. Aus verschiedenen Gründen: Weil es feige ist, die Reaktion des anderen nicht ertragen zu wollen. Weil es feige ist, dem anderen gar nicht erst die Möglichkeit einer Reaktion direkt und unmittelbar zu geben. Weil es den anderen womöglich in peinliche Situationen bringt – wer weiß, wo ihn diese SMS gerade ereilt? An einer Ladenkasse, im Großraumbüro unter 1000 anderen Augen, am Bankschalter beispielsweise – alles keine guten Umstände, in denen jemand sich gerne die Blöße geben will und womöglich Tränen gar nicht verhindern kann.
Die ganz große Frage ist danach aber: Wie darauf reagieren? Den Absender selbst umgehend anrufen und Dampf ablassen? Das ist eine Möglichkeit. Sich in sein Schneckenhaus verkriechen, sich grämen und beim anderen fortan nicht mehr melden, ist die andere Möglichkeit. Und dann gibt es noch eine dritte Möglichkeit frei nach der Devise „Schweinchen muss man outen“: Man erzählt es Dritten. Je nach Rachewut nicht nur den eigenen Freunden sondern denjenigen, vor denen der Absender derartiger SMSe eigentlich in gutem Licht erscheinen will – von seinen Clubfreunden bis hin zu Geschäftspartnern. Offene Ohren finden sich in dem Augenblick ganz viele. Die werden schon ihre Schlüsse ziehen – auch für ihr eigenes künftiges Verhalten. Dem Image schadet es jedenfalls, für Boris, den Geschäftsmann ist das kein Ruhmesblatt.
Und wer gerade so populär ist wie die frische Ex von Boris Becker, der hat noch eine ganz andere Plattform. Er erzählt es der „Bunten“ für die morgige Ausgabe und – schwupps – steht es heute schon in „Spiegel online“ …und hier auf Handelsblatt.com im Blog. „Dann war endgültig Schluss“, sagte Sharley Kerssenberg dem People Magazin, das sich die Wirtschaftsbosse im Flugzeug regelmäßig als erstes schnappen. Und weiter: „Die Art und Weise hat sehr wehgetan und war alles andere als cool.“ Aber dass sie ihn dennoch nicht hassen könne, und dass er „ein wahrer Gentleman“ war. Die Betonung liegt auf WAR.
http://www.stern.de/unterhaltung/tv/603389.html
Ist ja echt traurig
voll den Dampf ab-geblasen