Christiane zu Salm verschließt sich nicht…

Da steht sie wieder, eine der dümmlichen Floskeln aus dem Businessleben: „Ich konnte mich dem Angebot nicht verschließen“ kommentiert Christiane zu Salm ihren neuen Job bei Burda. Und ich frage mich: Muss es denn sein? Wieder so eine Leerformel. Mich wundert, dass sich alle Welt mit dieser Floskel zufrieden gibt. Sie sagt ja irgendwie – nichts. Da hat zu Salm karrieretechnisch einen glatten Durchmarsch hingelegt: Ab nächstem April sitzt die Ex-Chefin vom MTV im Vorstand beim Münchner Burda Verlag. Und trotzdem kommt dazu auch aus ihrem Mund nichts Individuelles, Originelleres oder Charismatischeres. Sie könnte sich zum Beispiel freuen. Oder es könnte immer schon ihr Traum-Job gewesen sein. Oder, etwas ruhiger, es könnte gerade gepasst haben. Was auch immer. Aber nein, sie wählt die Hinz-und-Kunz-Formel die abertausende von Karrieristen vor ihr auch schon eingesetzt haben – und sich auch nicht festlegen wollten. Nicht mal aufs Freuen. Und auch nicht jetzt zur Vorweihnachtszeit.
Zurück zu Salms Verschluss: Was heißt das überhaupt, sie konnte sich nicht verschließen? Hätte sie sich tatsächlich lieber verschließen wollen? Wer oder was hat sie gehindert, sich zu verschließen? Wer zwingt sie? Wollte sie eigentlich nicht – und will uns das mitteilen? Jetzt sind der wilden Spekulation Tür und Tor geöffnet.
Oder hat sie einfach mangels besserer Idee geguckt, was andere dann immer so von sich geben in der Situation und halt dasselbe gemacht. Einfach so, ohne es zu hinterfragen. Mehr wie ein Lemming? Nur: Wie einen Lemming so stellt man sich denjenigen, der bei Burda das neue Vorstandsressort „Cross Media“ – schön auf englisch bezeichnet, das wirkt immer so hübsch modern, würde Management-Guru Reinhard Sprenger wohl anmerken – aufbauen soll, aber gerade nicht vor. Oder?
http://turi-2.blog.de/2007/12/11/burda_angelt_sich_christiane_zu_salm~3427075
http://www.wuv.de/news/medien/meldungen/2007/12/81457/index.php“

Reinhard Sprenger im Handelsblatt-Interview über Anglizismen: http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Management-und-Strategie/_pv/doc_page/1/_p/301410/_t/ft/_b/1054314/default.aspx/wer-modern-sein-will,-ist-nur-naiv.html