Die Brücke Zeitarbeit

Zeitarbeit bei DIS, Randstatt oder anderen Zeitarbeitsunternehmen als Brücke in den Beruf zurück? Vielleicht. Die Brücke ist jedenfalls immer instabiler geworden, wenn man mal zurück blickt. Die Quote der Leiharbeitnehmer, die bei einem ihrer Gast-Unternehmen im Anschluss an ihren Einsatz einen normalen Arbeitsvertrag bekamen, lag früher bei 1:3. Konstant und jahrzehntelang. Das waren diejenigen, die sich bewährt hatten, wo das Unternehmen Gefallen an den Entliehen fand oder vielleicht einfach seine Vorurteile nicht bestätigt bekommen hatte. Und plötzlich doch ganz zufrieden mit der Arbeit etwa einer Mutter nach der Kinderpause war. Oder mit der Arbeit eines 50-Jährigen, den man ansonsten gleich aussortiert hätte aus dem Bewerberstapel. Eigentlich eine prima Sache, an sich ist nichts dagegen einzuwenden.

Heute aber liegt diese „Kleben-Bleiber“-Quote bei 1:4, genauer gesagt 24,3 Prozent. Das bedeutet: Zeitarbeit als Anker in feste Jobs werden also seltener. Das verkündete das IW, das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, aber gerade nicht. Vielmehr schwärmt das Institut gar von den guten Absicherungen der Zeitarbeitnehmer. Und den vielen Chancen (die es ja tatsächlich auch geben mag, keine Frage).
Klingt ja auch besser. Nur leider felt die Einordnung, die man von wissenschaftlichen Instituten erwartet. Es ist eher eine Momentaufnahme und quasi ohne Befragung des Archivs (alter Journalistenspott: wir werden uns doch nicht von Recherche die schöne Geschichte kaputt machen lassen), – nur ohne es dazu zu sagen. Fast-food sozusagen.
Unerwähnt bleiben vom IW auch Beispiele wie dies, das erst kürzlich in der „Wirtschaftswoche“ stand von einem Leiharbeiter der DIS AG: „Der Duisburger gehört bereits seit 18 Jahren im Kraftwerk Huckingen zum festen Inventar. Und genau so lange träumt der ungelernte Arbeiter davon, bei dem Energieversorger RWE einen festen Job zu kriegen.“
Oder wenn BMW vor wenigen Wochen verkündet, dass sie zwar Leute entlassen, zu Tausenden. Aber dass es nicht so schlimm sei eigentlich, weil erst mal die Hundertschaften der Leiharbeiter gehen müssten. Nicht die Stammbelegschaft. Nur: Die Grenze ist immer schwerer zu ziehen, siehe oben. Und was ist am Ende des Tages an einem Leiharbeiter als Hartz-Fall dann weniger tragisch als an einem Ex-Mitarbeiter aus der Stammbelegschaft? Was ist der Unterschied? Vielleicht kann BMW das noch erklären.
Und was mir bei der IW-Untersuchung auch noch fehlt sind die Fälle, die in Dokumentationen der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender schon zeigte: Die Banker, die von ihren Banken erst entlassen und dann wieder geholt wurden über den Dreh mit Zeitarbeitsunternehmen – an dieselben alten Arbeitsplätze nur zu geringeren Gehältern und ohne ihre alten Kündigungsschutz-Anwartschaften.

9 Kommentare zu „Die Brücke Zeitarbeit“

  1. Wer Zeitarbeit als Mittel benutzt, um kurzfristig einen Job zu bekommen und die Situation nicht einreissen lässt, der hat Recht.
    In Frankreich ist die reine AÜ (ohne Mehrwert) verboten. Sie wird dem Menschenhandel gleichgestellt.

  2. Unternehemen haben zu viel Geld, denn ein Leiharbeiter kommt sie teurer als ein selbst eingestellter. Von Kündigungsschutz kann ja keine Rede mehr sein, nach 2 Jahren Probezeit. Ich höhe hingegen von UNternehmern: Man bekommt ja keine Arbeitskräfte mehr, die wären ja alle bei Zeitarbeitsfirmen unter Kontrakt.
    Hier hat sich mit Schröder’s Hilfe eine Krake im deutschen Business ausgebreitet, die beide Seiten nur abzockt, aber der Wirtschaft nichts positives bringt. Abschaffen !

  3. Arbeite ich bei Randstatt oder in einem offiziell „deklariertem“ Zeitarbeitsunternehmen ist wenigstens die Eingangssituation klar definiert.

    Jedoch die Täuschung besteht darin, dass es Unternehmen gibt, Consultans etc., in denen erst einmal herausgefunden werden muss, aha ich bin ja in einem solchen Unternehmen.
    Das ist die vorsätzliche herbeigeführte Täuschung.

    Der 2. clou ist: Kündigt der Mensch und wechselt in ein anderes Unternehmen werden die Leute unter Druck gesetzt und solange fertiggemacht bis der Platzhirsch Genugtuung erhält.
    Das dies auf Kosten von Qualität geht muss niemanden wundern. Hintenrum stellt sich heraus, das Management arbeitet wunderbar zusammen. Das dabei Menschen vernichtet werden interessiert nicht, soweit…

    Randstatt deklariert sich von vorneherein als Zeitarbeit, ein Riesenfortschritt, doch trotz Klarheit der Situation:
    maximal Lohn sind 19 Euro brutto die h im Gegensatz zu deutlich höheren Löhnen für Festangestellte, die bis zu 100 Euro brutto /h reichen.
    Und wie hoch ist das Gehalt das die Leiharbeiter Vorgesetzten bzw. Chefs erhalten: richtig die haben sich eine goldene Nase verdient.

    —

    Leiharbeit ist entwürdigend, die Menschen haben keine Rechte, sind Freiwild in den Unternehmen,

    das ist meine Erfahrung.

    Zeitarbeit im Ausland wird laut Medienberichten gleichbezahlt, die Menschen dort respektiert.

    Es ist ein deutsches Problem. Es wurden die deutschen Neosklaven geschaffen. Pech, dass nun Deutsche selber davon berichten und nicht Polen und sonstige….

    Es liegt an der Einstellung zur Arbeit, heraus aus den 40´ern und den Menschen die sich daran mit psychischer Gewalt bereichern.

    Oder diskussion: wie soll es sonst benannt werden unsere neue Herren Sklavengeneration?

    Beziehen Sie Stellung

    Mariana Mayer, deutsch, …

  4. Das Jahr 2009 und was hat sich für mich geändert: Nichts.

    Ich zahle keine Steuern und habe keine Einnahmen, also habe ich nichts von Steuererleichterungen.

    Die Krankenkasse zahle ich weiterhin vom Kindergeld: 141,54 Euro Krankenversicherung monatlich.

    Weiterhin bin ich auf Bettelei angewiesen. Meine wirtschaftliche Selbstständigkeit wurde mir durch Mobbingtreiberei in den Unternehmen zerstört. Leiharbeiter haben in den Unternehmen keine Rechte, nur die Führungskräfte dürfen Mobbing betreiben und die Stammbelegschaften können „angeblich“ nicht dafür. Hintenrum beschweren sie sich, weil Leiharbeiter auch Konkurrenz sind. Die Leiharbeiter werden von allen Seiten diskriminiert.
    Die Stammbelgschaften und Führungskräfte streichen kräftige Gewinne ein. Der LeiharbeiterIn wird nicht am Projekterfolg beteiligt.
    Er oder sie ist das Schwein das geschlachtet wird.

    Diese Arbeitsmethoden in Deutschland gehen alle etwas an.

    Das Jahr 2009, Besserungen?

    Mariana Mayer, aufgrund von zahlreichen Mobbingattacken seit 4 Jahren arbeitslos
    Ich bin kein Einzelfall. Systematisch wurden insbesondere Frauen mit Kindern in den Unternehmen tyrannisiert und fertiggemacht. Die anderen machen sich darüber lustig und kassieren die Leistung und das KnowHow ein.
    Behaupten es wäre ihre Leistung gewesen.
    Und Verleugnen das Geschehen.

  5. Aktuelle Bewerbungen in meinem Fachgebiet wurden wiederholt und ohne Begründung abgelehnt.

    Angeblich werden jedoch Fach- und Führungskräfte gesucht.

    Da ich unter anderem nicht bereit bin die Mobbingaktionen in den Unternehmen mitzutragen und auf Kommando bereit bin auf Andere „einzuschlagen“
    habe ich wohl auf unserem hochdotierten Naziarbeitsmarkt keine Chancen. Weil gute Arbeit zählt dort nicht, lediglich Ausbeutung und die Bereitschaft zur Gewalt.

  6. Wiederholt weise ich daraufhin, dass ich hyphnotisiert wurde. Fremdbeeinflussung.
    Was sind das für Arbeitsmethoden?
    Die anderen wurden gleichfalls hyphnotisiert. Was passiert?
    Meines Erachtens : Es kommt die Wahrheit ans Licht.

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