In einem Portrait über Rick Pudner, den Chef der National Bank of Dubai, wird zitiert, was Angestellte über ihn sagen. Und das zeigt – im Umkehrschluß – den traurigen Normalfall woanders: Dass Pudner bei Firmenveranstaltungen allen Rede und Antwort steht. Und dass „Rick Pudner keiner ist, der sich nach fünf Minuten durch den Hinterausgang verdrückt.“ Das ist heute also so eine Ausnahme, dass es hervorzuheben ist.
Zur Erinnerung: Firmenveranstaltungen sind so gedacht, dass man sich trifft, ein paar gemeinsame Stunden verbringt und sich in lockerer Atmosphäre hierachieübergreifend austauscht. Was man eben so im Alltag nicht tut. Weil der Chef so oft unterwegs ist. Weil er keine Zeit für einen Plausch zwischendurch mit irgendeinem Mitarbeiter hat. Weil man ihn ohnehin nie in den Niederungen der Firma sieht.
Und Firmenveranstaltungen führt der Chef selbst ad absurdum – und gibt obendrein ein sehr schlechtes Vorbild ab -, wenn er nicht bis zum Schluss (oder wenigstens bis zum offiziellen Ende) ausharrt, sondern sich klammheimlich nach ein paar Minuten wegstiehlt. Statt sich wenigstens mit einer Entschuldigung und offen zu. Nämlich anzunehmen, dass es die Belegschaft nicht ohnehin ruckzuck bemerkt, wenn ausgerechnet der Chef so schnell fehlt, ist – mit Verlaub – naiv.
Und dann braucht sich auch keiner mehr wundern, wenn immer weniger Mitarbeiter Lust haben auf Firmenveranstaltungen ausserhalb ihrer Dienstzeit – und es lieber gleich ihrem Chef nicht nur nachtun, sondern konsequent sind. Und gar nicht erst auftauchen. Denn mit den Kollegen, die man mag, kann man sich auch so treffen. In selbst gewähltem Rahmen.
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