Für 16 000 rheinische Ärzte Bundesverdienstkreuze

Ein Bundesverdienstkreuz sollen alle 16 000 Ärzte am Nordrhein bekommen. Diese etwas überraschende Forderung stellte Leonhard Hansen, der Vorsitzende der Kassenäztlichen Vereinigung gerade. Warum? Weil auch sie ein Drittel ihrer 50-Stunden-Woche nicht honoriert bekommen -so wie der Hautarzt, der vom Oberbürgermeister aus Mönchengladbach das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam. Weil er nach seiner 50-Stunden-Woche mit 1/3 Kostenlos-Diensten für die Volksgesundheit (mehr noch, er spendierte ja auch die Arbeit der Helferinnen, Praxismiete, Gerätekosten undsoweiter) sich ehrenamtlich engagiert hatte.“ Dabei: Alle Praxen im Rheinland haben für Gotteslohn gearbeitet“, erkannte Hansen treffsicher in der „Rheinischen Post“.
Preisfrage: Und wer lässt das zu und ist dafür verantwortlich ? Für derlei Zwangs-ehrenamtlichen-Tätigkeiten. Richtig, Hansen und seine Funktionärskollegen, die zuständig sind für das völlig absurde Verteilsystem – soweit man es überhaupt mit dem Wort belegen kann – der Honorare für Arzt-Unternehmen mit ihren Mitarbeitern.

2 Kommentare zu „Für 16 000 rheinische Ärzte Bundesverdienstkreuze“

  1. Arme Kassenpatienten, für deren Behandlung bei niedergelassenen Ärzten geben die Krankenkassen jetzt noch einmal weniger Geld. Zum Beispiel bekommt ein Frauenarzt im Gebiet der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein noch 13,37 Euro Flatrate für 3-Monate-Kassenpatientinnen-Behandlung. Egal womit, wie oft und mit welchem Geräteeinsatz. All inclusive. Oder: Ein Augenarzt bekommt 16,72 Euro, ein Hals-Nasen-Ohrenarzt 25,24 Euro, ein Radiologe mit den Geräten Ct und MRT 52,22 Euro (Spannende Frage: wieviel kosten allein diese Geräte in der Anschaffung?) und ein Hautarzt 15,75 Euro, wie gesagt, drei Monate all inclusive.
    Zum Vergleich: Was bekäme man dafür in der Pizzeria um die Ecke in drei Monaten? Oder: Schon die Anfahrtspauschalen der meisten Handwerker liegen deutlich darüber.
    https://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/Aerzte-Honorare-brechen-ein/63746

  2. Jetzt erst fällt der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe auf, was seit Januar 2009 Fakt ist: „Wir haben die rote Laterne, unsere Haus- und Fachärzte haben nach der Honorarreform die niedrigsten Fallwerte pro Patient. Mit anderen Worten: Für die Behandlung eines Patienten werden in anderen Bundesländern bis zu 35 Prozent mehr gezahlt.“ Und: Die Honorarreform ist kein Erfolg, so lang nicht Gerechtigkeit hergestellt wird. Brautmeier und Kriedel verweisen auf die Mechanismen des Gesundheitsfonds: „Jeder Versicherte zahlt den gleichen Beitrag, jede Krankenkasse bekommt gleiche Zuweisungen aus dem Fonds – dann müssen auch die Ärztinnen und Ärzte ein gleiches Honorar bekommen, egal ob sie ihren Patienten in Dresden, in Augsburg oder in Wuppertal behandeln.“
    Wohl wahr: Bleiben die Fragen: Warum ist dieser Mißstand schon jahrzehntelang so? Warum hat ihn vorher keiner zur Sprache gebracht in dieser Klarheit? Wieso fällt es der KV, die offenbar die größten Umsatzeinbrüche hat bei ihren Arztpraxen hat, erst ein Jahr später auf? Telefonische Nachfragen bei der KV Nordrhein blieben unbeantwortet, man bekam Ausflüchte und Hinweise, die nur in die Irre führten. Kurz: Es war den Schreibtischtätern, die niemanden gesunder machen, aber dennoch von den Patienten teuer bezahlt werden, egal. Sie persönlich waren schießlich nicht betroffen.

    https://www.journalmed.de/newsview.php?id=28625

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