Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Petra Jenner, ist Chefin des Cyber-Software-Anbieters Splunk für Europa, Naher Osten und Afrika und verantwortet 1.200 Mitarbeiter. Splunk ist ein Datenanalyse- und Cybersicherheitsunternehmen von, das zu Cisco gehört.

Petra Jenner, CEO bei Splunk (Foto: PR/Splunk)
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Splunk hilft Unternehmen dabei, ihre digitalen Systeme zuverlässig, sicher und resilient zu betreiben, indem wir aus riesigen Datenmengen die entscheidenden Erkenntnisse gewinnen.
Womit beginnt Ihr Tag ?
Mit Bewegung und Zeit für mich – im besten Fall um 6.30 Uhr mit einer kurzen Meditation, ein bisschen Stretching und einem 30-Minuten-Walk im Wald.
Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?
Ich bin ein Fan von klaren Worten und echten Begegnungen. Ich gehe offen auf Menschen zu, um zu verstehen, was wirklich los ist. Ich mache keinen Hehl aus meiner Meinung: Man merkt mir ziemlich schnell an, ob mich etwas begeistert – genauso allerdings auch, wenn es das nicht tut. Ich bin davon überzeugt, dass man mit dieser Offenheit gemeinsam schneller ans Ziel kommt, solange man respektvoll und auf Augenhöhe kommuniziert.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Petra hat viel Energie, setzt sich ein und stellt viele Fragen. Wenn man ihr etwas vorschlägt, weiß man direkt, woran man ist. Im Guten wie im Schlechten. Und dass man mich zu vielen Themen ansprechen kann und ich sehr offen und interessiert und begeisterungsfähig bin.
Eine typische Szene: Ich komme morgens ins Büro und will direkt zu meinem ersten Termin. Auf dem Weg treffe ich jemanden aus meinem Team und frage kurz, wie es geht und wie es läuft? Und schon bin ich mitten im Thema. Wer ist der Kunde? Was ist das Problem? Warum machen wir das so? Was können wir anders machen? Zehn Minuten später stehen drei weitere Kollegen dabei und wir diskutieren gemeinsam. Mein nächstes Meeting rückt gefährlich näher, aber wenn ich einmal eingestiegen bin, höre ich auch nicht mittendrin auf.
Tee oder Kaffee?
Kaffee
Ihr Spitzname ist…?
Peti – so nennt mich aber nur meine Familie.
Verraten Sie eine private Marotte.
Ich liebe es, in einem Café zu sitzen, einen Kaffee zu trinken und Menschen zu beobachten. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus Neugier und Interesse an Menschen – und auch ein bisschen Kopfkino. Wer kommt mit wem? Was machen diese Menschen hier?
Was bringt Sie privat in Harnisch?
Unzuverlässigkeit – wenn Versprechen nicht eingehalten werden. Mir ist dann ein ehrliches „ich schaffe es nicht“ tausendmal lieber als Rumgedruckse oder Ausreden.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Wahrscheinlich mein hohes Aktivitätslevel – manchmal vergesse ich, dass nicht jeder im gleichen Tempo unterwegs ist. Und wenn ich überzeugt bin, dass etwas einfacher geht, kann ich ziemlich hartnäckig werden…
Was möchten Sie gerne in Rente machen?
Ich würde dann in abgelegene, mir unbekannte Länder reisen – ich liebe es neue Kulturen kennenzulernen und für eine Weile eine völlig andere Perspektive auf das Leben zu bekommen.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Achtsamkeit – ich mag Menschen, die auf sich und andere achten, die wahrnehmen, wie es anderen geht, die gut zuhören, sich auch an Kleinigkeiten erinnern und spüren, wenn jemand Unterstützung braucht.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Meinen Lieblingsring, bequeme Schuhe und meine Haarklammer

(Foto: Privat/Jenner)
Was war Ihr peinlichster Moment?
Ich habe einmal eine prominente Person mit großer Überzeugung und überschwänglicher Herzlichkeit mit dem falschen Namen begrüßt – und das Gespräch auch noch eine Weile so weitergeführt. Als ich meinen Irrtum bemerkte, war es definitiv zu spät, um ihn noch elegant zu überspielen.
Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?
Auf ein Fernsehinterview vor vielen Jahren – ich glaube, dass ich dabei einiges darüber gelernt habe, wie anders sich ein Gespräch anfühlt und wie wichtig ein gutes Briefing ist. Ich hätte diese Lektion gerne auf eine andere Art gelernt.
Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?
Mit anderen schnell in Kontakt kommen zu können
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Ich wäre gerne einen Tag Bundeskanzlerin – mich würde unglaublich interessieren, wie es sich anfühlt, Entscheidungen für ein ganzes Land treffen zu müssen – mit all den unterschiedlichen Interessen, dem enormen Zeitdruck und der Verantwortung dahinter. Und ich würde gerne erleben, wie viel man an einem einzigen Tag tatsächlich bewegen kann.
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