McDonalds tat mir schon öfter leid. Da betreibt diese US-Kette seine Burger-Restaurants und müht sich dauernd um ein möglichst gesundes Image. Mit groß angelegten, teuren Werbekampagnen und kostspieligen Testimonials wie Heide Klum. Und dann, dann machen Verkäuferinnen kleiner Mode-Boutiquen oder in Schuhgeschäften und anderen kleinen Innenstadtläden dieses Image im Handstreich kaputt.Das geht so: Wer in diesen Läden für sich selbst oder – das geht schnell und passiert häufiger, als einem lieb ist – für sein Kind nach einer Toilette fragt, ganz dringend, bekommt sehr oft diese Antwort: „Hier? Nein, leider nicht, Aber da vorne, an der nächsten Ecke, da ist ein McDonalds.“ Und dann folgt die liebevolle Wegerklärung. Ist Ihnen das schon jemals so gegangen mit, sagen wir mal einem „Nordsee-Restaurant“ oder einem China-Lokal? Nein? Sehen Sie, aber warum bloß verwechseln die Menschen McDonalds-Filialen mit einer öffentlichen Einrichtung? Warum sollen die McDonalds-Betreiber ihre Toiletten der Öffentlichkeit zugänglich machen wollen? So wie ein Toilettenwagen auf der Kirmes und obendrein ohne Groschen-, Verzeihung, Cent-Grab? Mir war es immer ein Rätsel und zuweilen habe ich mich so über diesen tollen Rat – und obendrein in so einer Notlage – geärgert, dass ich alles, was ich eigentlich noch anprobieren wollte, liegen ließ und aus der Boutique ging – unverrichteter Dinge. Die Verkäuferin waren dann zutiefst erstaunt, mit anderen Worten: Unrechtsbewusstsein? Null. Dass man mit einem Kind, das dringend „mal muss“, auch noch stundenlang herumirren soll, ist die eine Zumutung. Dass das in die Hose geht, dürfte relativ wahrscheinlich sein. Aber dass man genötigt werden soll, sich einzuschleichen bei einem Lokal, das man dann eben nicht als Gast betritt, erscheint mir unwürdig. Doch – und jetzt komme ich zum Tagesthema – nun gibt es einen Handy-Notruf, zumindest in England. Im Londoner West End lassen sich rund 40 öffentliche Klos nun per Handy orten. Wer es noch schafft, einen Notruf abzusetzen, erhält eine Textnachricht mit der nächstgelegenen Adresse, schreibt „Spiegel online“. Man braucht nur das Wort „toilet“ ins Handy eintippen, an die Nummer 80097 senden und erhälten sofort die Adresse der nächstgelegenen öffentlichen Toilette. Der WC-Sucher wird geortet und er bekommt die nächstgelegene der 40 gespeicherten Toilettenadressen ge-smst. Kostenpunkt: 25 Pence (35 Cent).
Und wer hatte die Idee zu diesem Dienst? Die Studentin Gail Knight, die an einem Innovationswettbewerb teilgenommen hatte, war es und sie erzählt: „Wenn ich mit Freunden unterwegs sind, tauchen wir immer bei McDonald’s oder in Einkaufsläden unter, um die WCs zu benutzen. Aber fühlten uns immer ein bisschen schlecht dabei“, sagte die 26-Jährige. „Ich dachte, ein Textservice könnte sehr hilfreich für Leute unterwegs sein.“ Recht hat sie.
Und dann kommt es nur noch darauf an, schnell genug zu sein, denn mit Kindern kann es sein, dass so viel Zeit nicht mehr bleibt.
http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,520637,00.html
Ja, bei Mc gehen viele nur zum „pinkeln“ hin…